


Fotos und farbstarke Kreidebilder. Lebensfreude pur.
Eine himmelblaue Hose mit großen Taschen wünscht sich der Kleine Maulwurf. Er soll zu den blauen Blumen gehen und sie fragen. Das macht er. Blaue Blumen, die Bescheid wissen!
Du musst dich ihm langsam nähern, dem Flachs. Geduldig sein. Leinenstoff ist auch eher kühl, geht auf Distanz. Die ganze Pflanze widersteht. Das lernst du schnell beim Versuch, die Samenkapseln zu knacken mit bloßen Händen beim ProSpecieRara-Dreschtag.
Es fallen dir Samen vom Verein «Ziehlein» in den Schoß. Und du legst los: du misst, säst, hätschelst, jätest, wartest, rechnest, sägst, stickelst und schnürlst, pflegst, schaust, jauchzt, raufst, bindest, darrst, riffelst, stöhnst, röstest, wendest, wendest, wendest... trocknest erneut und atmest erstmal auf.
Der Kleine Maulwurf hatte Freunde, die ihm helfen. Eine Lektion, die du lernst: mindestens den Frosch, den Storch, den Igel solltest du mit einbeziehen. Spinnen, Blaubeeren, Ameisen, Krebs und Spatz unterstützen dich später. Hättest du gewusst, dass es sooo viel zu tun gibt... hättest du’s trotzdem gemacht. Riesenfreude, Hände in der Erde, Sonne auf dem Rücken, Unmengen Schönheit in jedem Moment. Am Ende hältst du eine wunderbare, edle Faser in deinen rauen Händen. (Sie werden wieder weich, deine Hände, Faserlein enthält Öl.)
Moment mal, welches «Ende»? Was dir an diesem Punkt dämmert: bis zur himmelblauen Hose mit den großen Taschen ist es noch weit. Die Brächete steht an mit Brechen, Schwingen, Hecheln, Zöpfeln, gefolgt von Spinnen, Spulen, Haspeln, Färben, Weben, Nähen... Manchmal willst du aufgeben, wirst nicht weiterwissen. Was du aber ganz sicher weißt: warum für unsere Vorfahren Wäsche so kostbar war.
Und das wünschst du dir auf einmal, stark und tief, dass Faserleinfasern uns wieder als Kostbarkeit erscheinen. Dass uns der Lein wieder kostbar wird. Nicht nur der Lein. Du hältst die Ernte in der hohlen Hand, viele braune Samen, und hoffst, sie gehen auf.
Fragen, Nachrichten, Gedanken gern an:
info@angelahohlfeldt.com

Fotos und farbstarke Kreidebilder. Lebensfreude pur.
Eine himmelblaue Hose mit großen Taschen wünscht sich der Kleine Maulwurf. Er soll zu den blauen Blumen gehen und sie fragen. Das macht er. Blaue Blumen, die Bescheid wissen!
Du musst dich ihm langsam nähern, dem Flachs. Geduldig sein. Leinenstoff ist auch eher kühl, geht auf Distanz. Die ganze Pflanze widersteht. Das lernst du schnell beim Versuch, die Samenkapseln zu knacken mit bloßen Händen beim ProSpecieRara-Dreschtag.
Es fallen dir Samen vom Verein «Ziehlein» in den Schoß. Und du legst los: du misst, säst, hätschelst, jätest, wartest, rechnest, sägst, stickelst und schnürlst, pflegst, schaust, jauchzt, raufst, bindest, darrst, riffelst, stöhnst, röstest, wendest, wendest, wendest... trocknest erneut und atmest erstmal auf.
Der Kleine Maulwurf hatte Freunde, die ihm helfen. Eine Lektion, die du lernst: mindestens den Frosch, den Storch, den Igel solltest du mit einbeziehen. Spinnen, Blaubeeren, Ameisen, Krebs und Spatz unterstützen dich später. Hättest du gewusst, dass es sooo viel zu tun gibt... hättest du’s trotzdem gemacht. Riesenfreude, Hände in der Erde, Sonne auf dem Rücken, Unmengen Schönheit in jedem Moment. Am Ende hältst du eine wunderbare, edle Faser in deinen rauen Händen. (Sie werden wieder weich, deine Hände, Faserlein enthält Öl.)
Moment mal, welches «Ende»? Was dir an diesem Punkt dämmert: bis zur himmelblauen Hose mit den großen Taschen ist es noch weit. Die Brächete steht an mit Brechen, Schwingen, Hecheln, Zöpfeln, gefolgt von Spinnen, Spulen, Haspeln, Färben, Weben, Nähen... Manchmal willst du aufgeben, wirst nicht weiterwissen. Was du aber ganz sicher weißt: warum für unsere Vorfahren Wäsche so kostbar war.
Und das wünschst du dir auf einmal, stark und tief, dass Faserleinfasern uns wieder als Kostbarkeit erscheinen. Dass uns der Lein wieder kostbar wird. Nicht nur der Lein. Du hältst die Ernte in der hohlen Hand, viele braune Samen, und hoffst, sie gehen auf.


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